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José Eduardo Agualusa: Das Lachen des Geckos. Taschenbuchausgabe. Unionsverlag, Zürich 2018

José Eduardo Agualusa: Das Lachen des Geckos. Taschenbuchausgabe. Unionsverlag 2018


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Luiz Ruffato: Das Buch der Unmöglichkeiten. Erscheint im Frühjahr 2019 bei Assoziation A.


José Eduardo Agualusa: Die Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer. CH Beck verlag 2019. Umschlagfoto

José Eduardo Agualusa: Die Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer. Erscheint Anfang 2019 bei CH Beck.


Imagine Africa 2016. Eine Anthologie. U.a. mit José Eduardo Agualusa. Erscheint Anfang 2019 bei Peter Hammer.


José Eduardo Agualusa: Die Frauen meines Vaters. E-book. Unionsverlag 2018


Barroco Tropical von José Eduardo Agualusa

José Eduardo Agualusa: Barroco Tropical. E-book. Unionsverlag 2018

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andré sant'anna
machado de assis magazine #2


josé castello
ribamar
machado de assis magazine #2


Paulinho Assunção: Kinder am See
Die Jungen kamen in Gruppen zu viert oder fünft und ließen sich auf Steinen am Ufer nieder. Einige waren sehr jung, vielleicht fünf oder sechs Jahre alt, andere schon fast jugendlich. Keiner sprach etwas. Sie schienen nicht einmal zu atmen. Ihre Augen waren starr auf die Wasseroberfläche gerichtet. Kein Wind in den Bäumen, kein Zwitschern der Vögel. Überall Stille. In den Dingen und in der Welt. Die Jungen warteten. Nach und nach kamen die Fische. Und sie waren alle blind.

Paulinho Assunção
http://paulinhoassuncao.blogspot.com/


Rui Zink: Die Zone
» Am zweiten Tag begann er sich zu akklimatisieren. Noch verstand er die Straßennamen nicht, die Straßen waren ohnehin mehr Eselspfade als Straßen, soweit er das sah – und tatsächlich wimmelte es dort von Hirten mit ihren Schafen und Ziegen und Esel- oder Maultierkarren. Eine Frau hatte er vobeikommen sehen, vor ein paar Minuten, barfuß, mit einem Kind auf dem Arm, dessen Arme und Kopf herunterbaumelten. Hinter sich eine dünne Blutspur herziehend. Wo war sie hingegangen? Gab es ein Krankenhaus in der Nähe? Warum half niemand? War es normal, dass eine Frau mit einem sterbenden Kind auf dem Arm durch die Straßen zog, so normal, dass schon niemand mehr sich die Mühe machte, ihr zu helfen? Aber wer würde sie auch ins Krankenhaus bringen können? Die paar Autos, die man sah, hatten wohl Wichtigeres zu tun, als diesen Umweg zu machen. Sprit war schließlich teuer «

Ausschnitt aus O Destino Turístico.
Auf www.transcript-review.org


Paulo Kellerman

(das Auto hält an einer Ampel; Menschen überqueren die Straße, eilig und steif wie Roboter. Im Auto die beiden Frauen schweigen, schauen nach vorne, apathisch, gleichgültig, fern, einsam.)
TOCHTER (mechanisch, kalt): Ich habe nachgedacht und versucht mich zu erinnern (zögert, senkt die Stimme ein wenig). Wann hast du mir eigentlich zum letzten Mal etwas von Bedeutung gesagt? Etwas wichtiges, relevantes? Für mich entscheidendes, für mein Leben, meine Zukunft? Etwas, das wirklich zählt. (Und nach einer Pause und sich beherrschend) Wann?
MUTTER (den Blick auf die rote Ampel, leicht abwesender Ton, fast gleichgültig, fast desinteressiert, fast verächtlich): Kann mich nicht erinnern.
TOCHTER (nachdenklich): Ich auch nicht.

(Die Ampel wird grün, die Tochter am Steuer bleibt reglos; man hört ein Hupen, dan noch eins, dan noch eins, dann noch eins.)

Paulo Kellerman, A Gaveta do Paulo
http://agavetadopaulo.blogspot.com/2010/03/esboco-79.html


Rui Zink: Die Zone

»Am zweiten Tag begann er sich zu akklimatisieren. Noch verstand er die Straßennamen nicht, es waren ohnehin eher Eselspfade als Straßen, soweit er das sah – und tatsächlich, es wimmelte dort nur so von Hirten mit ihren Schafen und Ziegen und Esel- oder Maultierkarren. Eine Frau hatte er vobeikommen sehen, vor ein paar Minuten, barfuß, mit einem Kind auf dem Arm, dessen Arme und Kopf herunterbaumelten, hinter sich eine feine Blutspur herziehend. Wo war sie hingegangen? Gab es ein Krankenhaus in der Nähe? Warum half niemand? War es normal, dass eine Frau mit einem sterbenden Kind auf dem Arm durch die Straßen zog, so normal, dass schon niemand mehr sich die Mühe machte, ihr zu helfen? Aber wer würde sie auch ins Krankenhaus bringen können? Die paar Autos, die man sah, hatten wohl Wichtigeres zu tun, als diesen Umweg zu machen. Sprit war schließlich teuer«

Ausschnitt aus O Destino Turístico.
Auf www.transcript-review.org

 

Paulinho Assunção: Kinder am See

Die Jungen kamen in Gruppen zu viert oder fünft und ließen sich auf Steinen am Ufer nieder. Einige waren sehr jung, vielleicht fünf oder sechs Jahre alt, andere schon fast jugendlich. Keiner sprach etwas. Sie schienen nicht einmal zu atmen. Ihre Augen waren starr auf die Wasseroberfläche gerichtet. Kein Wind in den Bäumen, kein Zwitschern der Vögel. Überall Stille. In den Dingen und in der Welt. Die Jungen warteten. Nach und nach kamen die Fische. Und sie waren alle blind.

Paulinho Assunção
http://paulinhoassuncao.blogspot.com/


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